Jahreslosung 2016

Veröffentlicht am 1. Januar 2016 von Mathias Stieger in der Kategorie Gemeindebrief

Das Bild ist mir vertraut. In ähnlicher Position habe ich meine Frau oft mit unseren 4 Kindern gesehen, aber auch Mütter auf der Entbindungsstation im Krankenhaus, bei Taufgesprächen, vor oder nach der Taufe, oder im Kinderkreis. Ich freue mich über die Geborgenheit des Kindes und über die Achtsamkeit und die Liebe der Mutter. Bilder aus meiner Kindheit werden in mir wach und Dankbarkeit für die Geborgenheit im Schoße meiner Mutter, aber auch für ihre Zuwendung, ihren Trost und ihr
Verständnis in späteren Jahren meines Lebens. Viele Frauen und Männer werden sehr traurig, wenn ihre Mütter im Alter krankheitshalber abhängig oder gar dement werden. Und der Tod der Mutter „zerreißt“ Vielen das Herz. Die bekannte Opernsängerin Elina Garanca konnte nach dem Tod ihrer Mutter einige Zeit lang nicht singen, da sie „keine Stimme“ hatte.

Der Prophet Jesaja nimmt dieses Bild von der „tröstenden Mutter“ auf und verwendet es, um die Beziehung zwischen Gott und seinem Volk zu umschreiben. Gott wird sein wanderndes Volk nicht alleine lassen, auch dann, wenn es sich verirrt und dunkle Zeiten der Desorientierung und des Gerichts erlebt. „Ihr werdet euch fühlen wie Kinder, die auf dem Arm getragen und auf den Knien gewiegt werden. Ich werde euch trösten, wie eine Mutter tröstet. Wenn ihr das erlebt, werdet ihr voll Freude sein; neuer Lebensmut wird in euch erwachen, so wie im Frühling das frische Grün sprosst.“

Freude und Lebensmut wünschen wir uns auch im kommenden Jahr, welches wie ein offenes Buch vor uns liegt, obwohl der Terminkalender bereits einiges vorgibt und von Tag zu Tag voller wird. Nicht nur, aber gerade in Augenblicken oder Zeiten der Angst, der Krankheit, der Einsamkeit und des Verlassenseins, können wir mit dem Trost Gottes rechnen. Er wird uns im Gebet und Seufzen, im Innehalten, aber auch durch den Zuspruch anderer Menschen, die es gut mit uns meinen, nahe sein und uns so trösten, wie einen seine Mutter tröstet.