By MW

Michael Chalupka zum Tag der Arbeit

Für diejenigen von uns, die einen so genannten systemerhaltenden Job haben oder die im Homeoffice Job und Familie gleichzeitig schupfen mussten, war das vergangene Krisenjahr ein Jahr der Arbeit. Gleichzeitig stehen in der Coronakrise über eine halbe Million Menschen ohne Job da. Beides kann krank machen. Zu viel Arbeit und zu wenig Ruhe zu haben macht ebenso krank wie keine Arbeit zu haben und zum Nichtstun gezwungen zu sein.

Die Bibel weiß, wie wichtig die Arbeit für den Menschen ist. Sogar Adam und Eva arbeiten im Paradies. Arbeit gehört zur Freiheit dazu. Arbeit kann Sinn stiftend sein, gibt uns das Gefühl, etwas bewirken und beitragen zu können. Die Bibel sagt aber auch, dass Arbeit nicht alles sein kann: „Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du ruhen.“ Arbeit und Ruhe sollen sich abwechseln.

Ruhe von der Arbeit haben sich auch die Arbeiter und Arbeiterinnen in den USA gewünscht, die am 1. Mai 1886 in den USA demonstrierten. In Österreich finden Kundgebungen zum 1. Mai seit 1890 statt. Auch wenn der 1. Mai heuer digital begangen werden muss, ist er eine gute Gelegenheit, jene in den Mittelpunkt zu stellen, die in der Coronakrise über Gebühr mit Arbeit belastet sind. Doch sollten wir auch jene 500.000 nicht vergessen, die in der Krise keine Arbeit haben. Denn Arbeitslosigkeit bedeutet nicht Ruhe, sondern von Armut und Ausgrenzung bedroht zu sein, und das macht Stress.