By MW

Workshop, Gedenkmarathon und Festakt am 26. Oktober

Wien (epdÖ) – Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit begeht heuer sein 65-Jahr-Jubiläum. Am 26. Oktober gibt es dazu in Wien einige besondere Veranstaltungen. Von Kardinal Franz König im Oktober 1956 auf Anregung des Judaisten Kurt Schubert gegründet, hat der Koordinierungsausschuss nach der Shoa wesentlich dazu beigetragen, dass ein neues Verhältnis zwischen Judentum und Christentum in Österreich möglich wurde.

Den Auftakt am Nationalfeiertag macht um 10 Uhr der Workshop „Geschwisterlichkeit statt Judenfeindschaft“. Dieser setzt sich mit kirchlichen Traditionen und Kunstwerken auseinander, in denen das Judentum herabgewürdigt wird. Geleitet wird der bis 13 Uhr angesetzte Workshop in der Evangelischen Pauluskirche (1030 Wien, Sebastianplatz 4) von Markus Himmelbauer, dem langjährigen Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses. Eingeladen sind besonders Mitglieder von Pfarrgemeinden, die sich mit ihrer antijüdischen Geschichte auseinandersetzen wollen.

Um 14.30 Uhr startet bei der Pauluskirche ein „Gedenk-Achtelmarathon 2021“. Dieser führt in die Dorotheergasse und weiter zum umstrittenen Karl-Lueger-Denkmal am Stubentor. Von dort geht es über die Urania zur ehemaligen Synagoge im Dritten Bezirk. Der Marathon findet seinen Abschluss bei der Gedenktafel an die Wiener Gesera 1421 in der Kegelgasse im Dritten Bezirk. Bei der Gesera waren alle Jüdinnen und Juden der Stadt zwangsgetauft, vertrieben oder ermordet worden.

Der öffentliche Feierabend „65 Jahre Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ beginnt um 19.30 Uhr im Othmarsaal der Römisch-katholischen Pfarre St. Othmar unter den Weißgerbern (1030 Wien, Kolonitzplatz 1) Auf dem Programm des Feierabends stehen Grußbotschaften, Ehrungen, Erzählungen von Zeitzeugen und die Präsentation zukunftsweisender Initiativen. Alle Veranstaltungen des Koordinierungsausschusses am Nationalfeiertag sind Teil der Initiative „Mechaye Hametim“ zum Gedenken der Novemberpogrome von 1938.

Das ganze Programm unter www.christenundjuden.org