By MW

Zentrale Ansprechpersonen für Senior*innen in Gemeinden

Wien (epdÖ) – Die Diakonie Österreich zeigt sich erfreut über die Pläne der Bundesregierung, im Rahmen des EU-Corona-Wiederaufbauplans 50 Millionen Euro für „Community Nurses“ zu veranschlagen. Das sind zentrale Ansprechpersonen in einer Gemeinde, die Seniorinnen und Senioren und pflegende Angehörige zu Pflege- und Unterstützungsangeboten beraten. Für die Diakonie seien Community Nurses wichtiger Bestandteil der anstehenden Pflegereform, heißt es in einer Aussendung vom Dienstag, 27. April. „Nun geht es darum, das Konzept so auszugestalten, dass sie den größtmöglichen Nutzen für Menschen mit Pflegebedarf und pflegende Angehörige bringt“, meint Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser.

Die Pflegelandschaft in Österreich sei oft unübersichtlich. Community Nurses hätten einen „ganzheitlichen Überblick“ über alle medizinischen, sozialen und ehrenamtlichen Angebote im Sozialraum, so Moser weiter. Sie bezögen die persönlichen und familiären Ressourcen mit ein und unterstützten so Seniorinnen und Senioren sowie Angehörige dabei, „den richtigen Angebotsmix zu finden“. Wichtig seien auch präventive Hausbesuche vor Eintreten der Pflegebedürftigkeit sowie die Einbindung von Community Nurses in die Weiterentwicklung von Angeboten, die sich derzeit oft nicht an den Bedürfnissen der Betroffenen orientierten.

Die Diakonie plädiert dafür, dass „erfahrene Sozialorganisationen“ die Community Nurses stellen sollten: „Diese genießen großes Vertrauen und kennen die Menschen vor Ort. Das sind Faktoren, die für eine hohe Akzeptanz der Community Nurse wichtig sind. Außerdem haben die Organisationen ein breites Wissen über die Angebote und AkteurInnen im Sozialraum“, erklärt Diakonie-Direktorin Moser. Die Diakonie habe mit „SING – Seniorenarbeit innovativ gestalten“ bereits ein entsprechendes Reformkonzept für den Pflegebereich vorgelegt.