By MW

Michael Chalupka über Fasching in Zeiten von Corona

Der Fasching ist in diesem Jahr ausgefallen. Wir tragen zwar Masken. Doch mit den FFP2-Masken sind auch diese weniger bunt geworden und bieten der individuellen Kreativität wenig Gelegenheit zur Entfaltung. Der Fasching ist ja ein Gegenprogramm zum schnöden Alltag. Alles wird auf den Kopf gestellt. In Coronazeiten steht sowieso alles Kopf. Alles ist anders, aber nicht lustig.

Der Reformator Martin Luther kannte die Zeiten der Pandemie, mehrmals in seinem Leben war er mit den verheerenden Auswirkungen der Pest konfrontiert. Das war aber wohl nicht der Grund seiner Ablehnung der Fastnacht. Martin Luther hatte sich gegen das wilde Treiben ausgesprochen, da er ja auch dem auf die Fastnacht folgenden Fasten keine Heilsbedeutung mehr zuschrieb. Doch humorlos war Luther nicht. Martin Luther sah das Lachen als ein Zeichen göttlicher Gnade und als Gegenmittel gegen den Teufel an: „Verlacht den Feind und sucht Euch jemand, mit dem Ihr plaudern könnt. Man muss bisweilen mehr trinken, spielen, Kurzweil treiben und dabei sogar irgendeine Sünde riskieren, um dem Teufel Abscheu und Verachtung zu zeigen.“ Im wenn auch gelockerten Lockdown empfiehlt sich das Plaudern, Trinken, Spielen und Kurzweil treiben allerdings nur im eigenen Haushalt. Doch auf das Lachen sollten wir nicht vergessen, auch wenn es hinter der Maske nicht so leicht zu erkennen ist. Es ist doch ein Zeichen göttlicher Gnade.