By MW

Auch Stimmen aus Politik fordern Änderung des Status quo

Wien (epdÖ) – Für Neuverhandlungen in Sachen Karfreitag spricht sich Caritas-Präsident Michael Landau aus. In seiner Pfingtsmontags-Predigt im Wiener Stephansdom sagte Landau am 10. Juni, er hielte dies für ein „positives Signal“ und er würde sich „freuen, wenn im geduldigen Gespräch gemeinsam mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, vor allem aber auch den Sozialpartnern, eine gute Lösung gelingt“. Wie diese Regelung aussehen könne, sagte er nicht. Am Freitag, 7. Juni, hatte sich der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer im Interview mit der „Kleinen Zeitung“ für eine alternative Lösung zum „persönlichen Feiertag“ ausgesprochen, SPÖ-Parteichefin Pamela Rendi-Wagner schloss sich dem an. Liste-JETZT-Abgeordnete Daniela Holzinger forderte ebenfalls einen gesetzlichen Feiertag für alle ArbeitnehmerInnen in Österreich.

In seiner Predigt hob der Caritas-Präsident hervor, dass das Gespräch miteinander „ganz wesentlich zum Österreichischem im besten Wortsinn“ dazugehöre. An Gespräch und Dialog führe „kein sinnvoller Weg vorbei“. Minderheiten gelte es zu achten und zu stärken – im konkreten Fall die Evangelischen, auch wenn diese nur einen einstelligen Prozentanteil der Bevölkerung stellten. Nötig sei auch die Achtung gegenüber jenen Menschen, „die sich dieser Aufgabe stellen, mit Anstand und Gewissen einzutreten für das Gemeinwohl und gleiche Würde aller, besonders der Schwächsten“.

Vor Hintergrund der soeben angelobten Übergangs-Expertenregierung bat Landau öffentlich um „Respekt für Politiker“, denn „unser Land braucht Menschen, die sich dieser Aufgabe und Verantwortung mit ganzem Verstand und Herzen widmen“. Politik sei eine „hohe Berufung“ und eine der wertvollsten Formen der Nächstenliebe, zitierte der Caritas-Präsident ein auch von Papst Franziskus übernommenes Zitat von Papst Pius XI. Dem Kabinett Bierlein wünschte er „wie jeder Bundesregierung alles Gute und Gottes Segen“.

Als drittes aktuelles Gesellschaftsthema kam Landau auf die Klimaproteste zu sprechen. Dass so viele junge Menschen immer wieder für den Umweltschutz auf die Straße gingen, sei „erfreulich und ermutigend“, hob der Caritas-Präsident hervor. Die jungen Demonstrantinnen und Demonstranten könnten zurecht erwarten, „dass man ihre Anliegen erst nimmt“. Sie stellten zudem Anfragen an die gesamte Gesellschaft – „wenn etwa die Produktion von Fleisch mehr Ressourcen verbraucht als Gemüse, wenn lokale Produkte einen anderen ökologischen Fußabdruck haben als jene, die von anderen Teilen der Welt importiert werden, oder wenn wir statt öffentlichen Verkehrsmitteln selbst für kurze Strecken das Auto verwenden“.

Der Kirche sei das Thema der Schöpfungsverantwortung wichtig, unterstrich Landau. Papst Franziskus habe dies auch mit der Enzyklika „Laudato si“ deutlich gemacht. „Als Caritas-Verantwortlicher weiß ich zudem: Diejenigen, die die Klimakrise am wenigsten verursacht haben, leiden an den Folgen am meisten. Das ist weder fair noch gerecht.“