By MW

Frauenordination kommt “Schlüsselstellung” zu

Berlin/Wien (epdÖ) – Zu einer “ Denkpause” rät der Wiener evangelische Theologe Ulrich Körtner der Ökumene. Das sei besser als “den eingeschlagenen Weg unverdrossen weiterzugehen, auf dem ein erneutes Scheitern vorprogrammiert ist”, schreibt Körtner in einem Gastkommentar für das deutsche Magazin “Zeitzeichen”. Er nimmt dabei unter anderem Bezug auf ein Papier des “Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen” (ÖAK), in dem davon die Rede ist, dass die Ämterfrage im Verhältnis zwischen den Kirchen nicht überbetont werden dürfe. Für Körtner “bleibt ein Geheimnis”, wie man behaupte könne, in der Frage sei “weitgehend ökumenische Verständigung erreicht”.

Insbesondere der Frauenordination käme eine Schlüsselstellung zu. “Wenn die Ordination von Frauen nach römischer Lehre für alle Zeiten eine unmögliche Möglichkeit bleibt, so das apostolische Schreiben Ordinatio sacerdotalis (1994), kann man von evangelischen Pfarrerinnen, Superintendentinnen und Bischöfinnen wohl nur sagen, dass in ihrem Fall nicht einmal ansatzweise eine Ordination im katholischen Sinne vorhanden ist.” Da Frauen in kirchlichen Leitungsämtern auch andere ordinierten, könnten aus römisch-katholischer Perspektive nicht einmal von ihnen ordinierte Männer als solche anerkannt werden. Die Denkpause, die Körtner in der Ökumenedebatte empfiehlt, sei daher für die evangelischen Kirchen eine “Frage der Selbstachtung”.

Zur Fortsetzung ökumenischer Bemühungen gebe es keine Alternative, so Körtner. “Zur ökumenischen Solidarität gehört es aber auch, Realitätssinn zu bewahren. Ohne visionären Geist und Aufbrüche in den Kirchen wird die Ökumene verkümmern. Der Grat zwischen geistgewirkten Visionen und falschen Illusionen ist aber schmal.”

Den ganzen Beitrag von Ulrich Körtner lesen Sie auf www.zeitzeichen.net