By MW

Von Nationalsozialisten verfolgt –  Superintendent Rehner: “Ein einsamer Rufer”

Ramsau/Graz (epdÖ) –  Seit Freitag, 12. November, erinnert ein “Stolperstein” in Ramsau am Dachstein an den evangelischen Pfarrer Jakob Ernst Koch. Wegen seines Widerstands gegen den Nationalsozialismus wurde er aus der Steiermark ausgewiesen und musste in Verstecken in Salzburg und Württemberg untertauchen. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er als Pfarrer nach Österreich zurück, wo er dann in Peggau wirkte. Der Stolperstein für Koch wurde am selben Tag verlegt wie jener für Maria Karoline von Sachsen-Coburg und Gotha in Schladming. Sie war aufgrund einer geistigen Beeinträchtigung von den Nationalsozialisten getötet worden. Die beiden Stolpersteine sind die ersten im obersteirischen Bezirk Liezen.

Anders als die meisten evangelischen Pfarrer seiner Zeit habe Jakob Ernst Koch vor dem Nationalsozialismus gewarnt, betont der steirische Superintendent Wolfgang Rehner in einer Aussendung. “In bemerkenswerter Vernetzung mit Mitgliedern der Bekennenden Kirche in Deutschland zeigte er auf, dass ‘evangelisch’ und ‘nationalsozialistisch’ Gegensätze sind. Mit dieser Haltung blieb er ein einsamer Rufer.” Es beschäme ihn, “wie einsam Jakob Ernst Koch als Mahner, Beter, Bibelausleger in unserer Kirche war und blieb. Die Stolpersteinlegung zwischen Pfarrhaus und Kirche in Ramsau am Dachstein ist eine wunderbare Würdigung und eine Verneigung auch vor den Nachfahren des Ehepaars Gertrud und Jakob Ernst Koch.” Den besonderen Dank der Evangelischen Kirche in der Steiermark richtete Rehner an Religionslehrerin Monika Faes, die mit fünf Jugendlichen ein Forschungsprojekt zu Koch durchgeführt habe. Ihr sei es auch gelungen, die Stolpersteinlegung “in ungezählten Gesprächen und Verhandlungen zu ermöglichen und umzusetzen”.

Mehr Infos zum Forschungsprojekt zu Jakob ernst Koch: www.jakobernstkoch.at