By MW

„Schatz der jüdischen Tradition“ statt „einseitiger Stereotype“

Salzburg (epdÖ) – Das erneuerte Selbstverständnis der Kirchen im Blick auf das Judentum ist eine fundamentale Errungenschaft der letzten Jahrzehnte. Wie gelingt es aber, diesen neuen Weg in der Praxis des Religionsunterrichtes, in Liturgie und Verkündigung zu gehen? Dieser Frage geht am Montag, 21. November, eine Tagung im Salzburger Bildungshaus St. Virgil unter dem Motto „Perspektivenwechsel – Praxistag: Judentum in Unterricht, Liturgie und Verkündigung“ nach. Konkret liefert der Studientag einen Überblick darüber, was als Konsequenz auf den unterschiedlichen Feldern zu tun oder zu unterlassen ist, kündigten die Organisatoren am Montag, 7. Oktober, in einer Aussendung an.

Das Hauptreferat hält Detlef Hecking vom Katholischen Bibelwerk in Zürich, unter dem Titel: „Wozu brauchen wir das Jüdische im Christentum?“. Weitere Referenten sind u.a. Susanne Plietzsch vom Zentrum für Jüdische Kulturgeschichte in Salzburg, Superintendent Olivier Dantine, Peter Ebenbauer von der Universität Graz und Martin Jäggle von der Universität Wien. Der Studientag versteht sich als praxisorientiert, weshalb bereits nach einem 15-minütigen Impuls in zwei Durchgängen am Vormittag und Nachmittag die Fragestellung in Kleingruppen „konstruktiv und konkret“ umgesetzt werden soll.

Organisiert wird die Tagung u.a. vom Österreichischen Liturgischen Institut und dem Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Das erklärte Ziel des Praxistages sei es, einen Beitrag zu leisten, damit einseitig interpretierte Stereotype nicht mehr verbreitet werden. Stattdessen werde auf den Schatz der jüdischen Tradition verwiesen, heißt es in der Aussendung.

Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit ist seit 1956 – neun Jahre vor der wegweisenden Konzils-Erklärung über die Haltung der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen „Nostra Aetate“ – für den Aufbau gegenseitigen Vertrauens zwischen Christen und Juden tätig. Das in Österreich einzigartige Forum aus Christen verschiedener Konfession und Vertretern der jüdischen Gemeinden unterstützt und begleitet die Kirchen u.a. durch Impulse für die Bildungsarbeit und beim Bestreben, festgefahrene Vorurteile und Feindbilder zu überwinden bzw. eine respektvolle Gesprächs- und Streitkultur sicherzustellen. (Infos: www.christenundjuden.org)