By MW

Aktion am 18. September von Norddeutschland bis zum Mittelmeer

Schladming (epdÖ) – Eine Rettungskette aus lokalen Veranstaltungen und Aktionen soll am Samstag, 18. September, halb Europa überspannen und dabei auf Menschenrechtsverletzungen und das Sterben im Mittelmeer aufmerksam machen. Eine Station der Kette, die von Norddeutschland bis zum Mittelmeer reichen soll, ist Schladming in der Steiermark. Dort hat ein breites zivilgesellschaftliches und kirchliches Bündnis die Teilnahme zugesichert. „Die Rettungskette für Menschenrechte steht für die Forderung nach einem humanen und gastfreundlichen Umgang mit Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen mussten. Die Stadt Schladming könnte ein sicherer Hafen für Flüchtlinge sein. Wir haben Platz“, heißt es vonseiten der Veranstalter. Man richte sich gegen „eine europäische Politik, die Milliarden zur Abschottung von geflüchteten Menschen einsetzt“, während in den Lagern innerhalb und außerhalb Europas Menschen unter „unwürdigen und unmenschlichen Bedingungen“ lebten.

Die Route der Rettungskette verläuft laut Angaben der Veranstalter über Hamburg quer durch Deutschland (Hannover, Bielefeld, Dortmund, Köln, Koblenz, Mainz, Heidelberg, Karlsruhe, Stuttgart), Österreich (Innsbruck, Schladming) und Italien (Brenner, Vipiteno-Sterzing, Bolzano-Bozen, Rovereto, Verona, Padua, Chioggia) bis ans Mittelmeer. An der Aktion in Schladming beteiligt sind neben der Evangelischen Kirche Österreich und der Diakonie Österreich das Netzwerk Menschenrechte Leoben, die Katholische Aktion Steiermark, das zivilgesellschaftliche Netzwerk „Courage“ oder die evangelische Pfarrgemeinde Schladming. Erwartet werden persönliche Grußworte vom evangelisch-lutherischen Bischof Michael Chalupka, vom Innsbrucker römisch-katholischen Diözesanbischof Hermann Glettler und von Judith Kohlenberger von der Initiative Courage.

Schladming war Ende 2019 in die Schlagzeilen gekommen, als sich österreichweit Kirchen, NGOs und Privatpersonen gegen die Abschiebung des afghanischen Flüchtlings Hossein K. einsetzten. Hossein hatte eine Lehre im Schladminger Diakonissenkrankenhaus absolviert. Die Abschiebung wurde abgebrochen, Hosseins Asylantrag im März 2020 vorläufig positiv beschieden.