By MW

Michael Chalupka über das Leben nach dem Tod

Die Evangelischen Kirchen begehen morgen den Ewigkeitssonntag. An diesem letzten Sonntag vor dem Advent wird der Verstorbenen gedacht. Dass dieser Tag der Erinnerung und Hoffnung auf ein Wiedersehen in diesem Jahr nicht gemeinsam im Gottesdienst bedacht werden kann, ist doppelt schmerzlich, haben doch viele Familien schon bei der Verabschiedung unter den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie zu leiden gehabt. Deshalb gibt es in vielen Pfarrgemeinden die Gelegenheit, einzeln vor oder in der Kirche Kerzen zu entzünden, Gebete zu sprechen oder mit einer Pfarrerin oder einem Seelsorger in sicherem Abstand zu sprechen.

Wir sind mit unseren Vorfahren verbunden, nicht nur in der Erinnerung. Sie haben uns geprägt, Lebensentscheidungen getroffen, die immer noch für unseren Weg mit bestimmend sind. Die Vorstellung eines Lebens nach dem Tod ist nicht nur eine religiöse Idee, sondern Realität. Jedes Leben ragt über den eigenen Tod hinaus, hinterlässt sichtbare und unsichtbare Spuren.

Das Totengedenken ist ein Dialog über die Grenze des Lebens hinweg. Doch die Auferstehung der Toten, an die die Christen glauben, wird noch über den inneren Dialog hinaus gehen.

Im Brief an die Korinther steht: „Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Armseligkeit und wird auferstehen in Kraft.“