Texte von God‘ alive – Veränderungen

Jutta

Nichts ist mächtiger als eine Idee deren Zeit gekommen ist. (Viktor Hugo) Um etwas anders zu
machen braucht es ein Motiv. Eine Motivation für den ersten Schritt. Um weiterzugehen braucht es
ganz viel Mut. Wir müssen uns mit Unbekanntem anfreunden und das macht Unsicherheit und Angst.
Manche Menschen sagen, wenn sie mich schon lange nicht mehr gesehen haben, dass ich mich
überhaupt nicht verändert habe oder sie meinen: bleib so wie du bist. Gedacht ist es ja als
Kompliment.
Will ich so bleiben und still stehen frage ich mich dann innerlich.
Meist hat man sich in seinem Leben schon gut eingerichtet und es wäre einfacher Alles zu lassen wie
es ist. Es braucht Mut, wenn das Leben Einen herausfordert.
Was ist den Mut eigentlich: es ist Wagemut, Beherztheit, trotz Angst und innerer Unsicherheit sich
einer schwierigen Situation der Herausforderung zu stellen. Es bedeutet die Komfortzone zu
verlassen. Es ist ein sich Mühen und kann schief gehen und vielleicht sogar schmerzhaft werden. Mut
ist ein anderes Wort für Tapferkeit. Tapferkeit ist ein Teil der positiven Psychologie und ein großer
Wert, wenn Angst überwunden wird.
Wir werden nichts verändern, wenn wir nur darüber reden und wenn wir nicht dazu tun dann bleibt
es ein Wunsch. Mit kleinen Schritten kann viel erreicht werden. Nicht alleine sondern mit
Unterstützung anderer Menschen.
Mir persönlich sehe es so, dass viele Junge Menschen, wenn sie an einem Scheideweg stehen, den
Mut nicht mehr aufbringen können. Ein Fundament für Mut sind hoffentlich die Eltern und andere
Menschen, die hinter Ihnen stehen, aber ich glaube es fehlt oftmals die größte Unterstützung, die wir
uns im Glauben holen und uns in Gottes Hand fallen lassen, der uns neu werden lässt.
Bei Jugendlichen sind Veränderungen immer schwieriger. Sie müssen sein. Es gibt immer etwas
Neues, das man machen muss. Eine andere Schule, eine Ausbildung, die auch für die Zukunft hält.
Mit Vertrauen zu göttlicher Hilfe und Geborgenheit wäre es sicherer, dass es eine Veränderung zum
Guten wird. Der heilige Geist ist die Veränderungsenergie. Im Gespräch mit Gott kann diese Energie,
dieser Mut wachsen.

Jürgen

Die Bibel – ein Buch der Veränderung

„Es geht etwas zu Ende, an dem ich sehr gehangen habe“ – das hat neulich der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer, Jahrgang 1948, mit einem gehörigen Schuß Wehmut festgestellt. Und mir, nur unwesentlich jünger, ergeht es vermutlich nicht anders. Aber nicht nur mir.

Bei vielen Menschen regt sich nicht nur Wehmut, sondern auch Verunsicherung und gar Angst. Veränderung zählt nicht zu den Top-Sehnsüchten von uns Menschen. Sicherheit geht vor.

Ich hab mich für diesen Gottesdienst gefragt, wie wir als Christen damit umgehen oder besser gesagt: umgehen können. Denn ich glaube, im ersten Moment ergeht es uns auch nicht anders als den meisten anderen.

Doch als ich die Bibel aufgeschlagen habe, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Die ganze Heilige Schrift ist im Grunde nichts anderes als ein riesiges Buch der Veränderung. Und zwar vom allerersten Satz an:

Gott schafft aus dem Nichts Himmel und Erde. Er bringt Licht in die Dunkelheit. Er ersetzt die Öde durch einen blühenden Garten. Er entreißt Adam und Eva aus der Bequemlichkeit und Sicherheit. Er transformiert bei der Arche Noah seinen eigenen Zorn in einen ewigen Friedensbund mit dem Menschen und der ganzen Schöpfung. Er läßt beim Turmbau zu Babel den Hochmut den Fall folgen. Er führt sein Volk aus der Knechtschaft in Ägypten ins gelobte Land. Er ordnet das Chaos durch die Zehn Gebote. Er macht den Ehebrecher David zu seinem Liebling und einem der Stammväter Jesu. Er tut nichts gegen die Deportation seines undankbaren Volkes und läßt es doch wieder aus Babylon zurückkehren.

Und so weiter und so fort. Mal ehrlich: Das waren nicht nur Veränderungen zum Guten. Aber dann kam es schließlich doch zur ganz großen Veränderung. In Jesus verwandelt er sich vom „strafenden und eifernden Gott, der die Missetat der Väter heimsucht bis ins dritte und vierte Glied“, wie er sich im Buch Mose selbst beschreibt, in den liebenden Gott, der zu jedem einzelnen Menschen Ja sagt.

Und der verändert und verwandelt eine Menge: Wasser in Wein, Lahme in Gehende, Blinde in Sehende, Aussätzige und Ausgesetzte in geliebte Menschen. Er vertreibt Superreiche aus seinem Tempel, lässt sie nicht in sein Reich – und gib dafür den Armen und Hungernden die Ehre. Er verwandelt Verurteilung in Vergebung, Hass in Liebe, Schuldig gewordene in Barmherzigkeit Erfahrende, einen Verleugner und Versager in den Grundstein des Christentums

und

einen ängstlichen, verzagten, verzweifelten Haufen in die Gründerväter der immer noch größten Glaubensgemeinschaft.

Und in diesem großen Buch der Veränderung gibt es doch einen Satz, der sich wie ein roter Faden durchzieht und so oft vorkommt wie kein anderer: „Fürchte Dich nicht!“

Welche Veränderungen auf uns zukommen, weiß ich nicht. Und weiß wohl keiner. Aber ich will versuchen, ihnen mit diesem Satz entgegen zu gehen. Und mich von ihm, wenn die Zweifel, die Wehmut und auch die Angst dann doch immer wieder an die Tür meines Herzens klopfen, immer wieder verändern zu lassen.